Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Ursel und Karl-Heinz auf dem Jakobsweg 2010 für April, 2010.
- Uncategorized (49)
- 13.12.2011: Gesegnete Weihnachten und ein buen camino für 2012
- 4.3.2011: Nun sind wir "angekommen"
- 16.12.2010: Fröhliche Weihnachten
- 29.10.2010: Nun sind wir wieder zu Hause, aber noch nicht daheim
- 29.10.2010: Noch ein Tag in Santiago mit Höhepunkten und Überraschungen
- 26.10.2010: Einen Tag an der Westkueste
- 26.10.2010: Die Beine wollen nicht mehr laufen und der Ruecken verweigert den weiteren Transport des Rucksacks
- 24.10.2010: Zwei Tage in Santiago
- 22.10.2010: Geschafft. Und dann flossen Traenen.
- 21.10.2010: Mit riesen Schritten unserem grossen Ziel entgegen.
Archive für April 2010
Hola, nun sind wir wieder in der Heimat
30.4.2010 by Karl-Heinz Wewers.
Hola, buenos dias, amigos.
Nun sind wir gesund wieder in der Heimat angekommen.
Dienstagabend bekamen wir nach dem Komplet von den Benediktinerinnen noch den Pilgersegen. Für uns war der jedoch für die Heimreise bestimmt. Danach konnte ich noch bis zum 2:0 das Bayernspiel in der gegeüberliegenden Bar sehen. Dann musste ich schnell rüber, denn wenn Klostertüren einmal geschlossen sind, kommt man nicht mehr herein. Einigen Mitpilgern ist das so in Burgos passiert. Fünf Minuten zu spät, und sie mussten sich ein Hotel suchen.
Mittwoch früh ging pünktlich um 9 Uhr unser Bus über Oviedo nach Santander. Insgesamt über sechs Stunden, wobei wir in der schönen Stadt Oviedo eine einstündige Pause hatten. Ich glaube, es ist eine wunderschöne Stadt. Der Bus fuhr durch eine schön anzuschauende Bergwelt und später am Atlantik entlang.
15 Uhr waren wir in Santander. Hatte mir überhaupt nicht solch eine grosse und schöne Stadt vorgestellt. Es ist ein total anderes Spanien, als wie man es am camino erlebt. Nach drei Wochen Albergueluft mit Schlafsack hatten wir nun mal Sehnsucht nach frisch riechender Bettwäsche. Wir haben uns in dem ersten Hotel am Platze für die Nacht einquartiert.
Erst mal eine Stunde Siesta und dann einen Stadtbummel.
Gestern hatten wir auch noch den ganzen Tag zur Verfügung. Wieder Stadtbummel, eine Bootsrundfahrt durch den Hafen und Besichtigung der Kathedrale.
Dann nahte die Zeit für den Abschied. Wir fuhren mit dem Bus zum Airport. Die Machine startete mit 20 minütiger Verspätung, landete aber eine Minute vor der planmäßigen Ankunft in Düsseldorf-Weeze.
Unser bestelltes Taxi wartete schon auf uns und so waren wir um 23:45 Uhr wieder in unserem Heim.
Geplant war ein Pilgerurlaub. Daraus geworden ist jedoch eine Pilgerreise. Ich hätte nicht gedacht, dass Ursel es mit ihren Schmerzen am Knie und in der Hüfte so weit schaffen würde. Sie kann ganz sich ganz gewaltig auf die Zähne beissen und mit eine paar Hilfsmittelchen hat sie es dann ganz gut gepackt. Sie war mir an manchen Tagen etliche km voraus.
Wir sind mit Regen in Bilbao gestartet und mit Regen von Santander wieder nach Hause gefahren. In der ersten Woche war es recht kalt, aber trocken. Es hat nur in den Nächten geregnet. Dann wurde es immer schöner, angenehme Temperaturen bescherten uns einen schönen Weg. Dennoch ist jede Etappe ein hartes Stück Arbeit. Der Weg ist gegenüber dem letzten Jahr an vielen stellen verbessert worden, damit die Pilger sich im heiligen Jahr nicht so quälen müssen. Man hat wirklich viel Geld in die Hand genommen. Selbst eine Brücke über die Autobahn vor Leon gibt es nun, womit der grösste Gefahrenpunkt für die Pilger beseitigt wurde.
Insgesamt haben wir 400 km hinter uns gebracht. Das ist für uns Oldis sicherliche eine stramme Leistung. Wir haben mit den um einige jahrzehnte jüngeren Pilgern gut mitgehalten. Darauf sind wir auch ein wenig stolz.
Ich habe meine Compostela ja schon im letzten Jahr in Empfang nehmen können. Ursel möchte sie sich auch noch abholen. Dazu bedarf es dann noch eines weiteren Anlaufes. Es sind ja auch nun nur noch rd. 350 km.
Wir wünschen allen Pilgerfreunden ein
buen camino
Ursula und Karl-Heinz
Nochmals recht schönen Dank für die vielen Zuschriften und Kommentare, die uns immer wieder neue Kraft spendeten. Verzeíht mit, wenn ich nicht darauf antworten konnte.
PS. Werde meine Webseite um diese Pilgerreise ergänzen. Das wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Schaut hin und wieder mal nach unter: http://jakobsweg.stimbergstadt.de
Geschrieben in Uncategorized | Drucken | 10 Kommentare »
Nun sind wir den zweiten Tag in Leon
27.4.2010 by Karl-Heinz Wewers.
Hola amigos.
Gestern waren wir schon um 6:30 Uhr vor der Herberge auf der Strasse. Wir wollen der grossen Hitzte eine Schnippchen schlagen und schon vor dem Mittag in Leon ankommen. Der Hospitalero Wolf kommt erst im Mai.
Der Weg fruehrte zunaechst nach Puente de Villarente. Es war noch dunkel und wir mussten aufpassen, dass wir die gelben Pfeile nicht verfehlen. Der Weg bis hierher war fuerchterlich. Immer der Strasse entlang mit wahnsinnig viel Autoverkehr. In Villarente haben wir dann erst mal ordentlich gefruehstueckt.
Die gefaehrliche Brueckenueberfuehrung gibt es immer noch. Es war fast so wie im letzten Jahr. Die Sonne hatten wir tiefstehend im Ruecken. Wir konnten von den Autofahrern schlecht erkannt werden und im 2. drittel der Bruecke hoehrte der Fussweg auf. Nur kam uns zugute, dass im Augenblick nicht viele Autos die Bruecke passierten.
Unterwegs trafen wir zwei Urdeutsche. Zunaechst Mr. “Oh” mit Frau aus Suedkorea, die aber schon viele Jahre in Hamburg leben. Mr. Oh hat sich riesig gefreut, dass Bayern nicht gewonnen hat. Dann trafen wir “josefmariea” , einen Spanier, der schon 40 Jahre in Duesseldorf lebt. Wir hatten viel Freude miteinander.
Bald kam dann die gefaehrliche Autobahnquerung. Da hat man sich aber inzwischen etwas einfallen lassen und hat an der Stelle eine Bruecke gebaut. Wie waere das wohl gegangen, wenn in diesem Jahr 200 000 Pilger oder noch mehr diese Autobahn haetten passieren muessen. Man muss auch anschliessend nicht mehr durch den Strassengraben laufen. Man hat einen schoenen Weg oberhalb angelegt.
Dann kam der lange Weg durch die Stadt zur grossen Herberge der Benediktinerinnen.
Wir waren schon um 11:30 Uhr dort. Viele hatten sich schon eingeschrieben. Am Nachmittag war die Herberge voll. Wir assen gut auf dem keinen Markt, dort wo die vielen Tappasbars sind.
Aus diesem Anlass moechte ich meine Mitpilger vom Vorjahr gruessen mit denen ich die Tappasrunde gemacht haben, die da sind: Claudia aus dem Schwarzwald, der Millo aus dem Osten, Uwe aus Chemnitz und Andreas aus Paderborn. Ich habe diesen schoenen Nachmittag vom letzten Jahr noch gut in Erinnerung.
19 Uhr sollte eine hl. Messe in der Kathedrale sein, diese viel aber aus. Mittags, erzaehlte mit Willi, mit dem wir uns schon regelmaessig seit Belorado treffen, hat die Messe genau 19 Minuten gedauert. Fuer ihn war es ein absoluter Rekord.
Nun haben wir uns gestern von allen caminofreunden verabschiedet, denn nun sehen wir sie bestimmt nicht mehr wieder, das sich ab hier unsere Wege teilen. Sie ziehen weiter i n Richtung Santiago und wir geniessen den Tag morgen in Leon, fahren Mittwoch frueh mit dem Bus nach Santanter und fliegen Donnerstagabend nach Duesseldorf-Weeze.
Heute um 4 Uhr habe ich das Fenster geoeffnet. Es war verflixt dicke Luft im Schlafraum. Dennoch habe ich gut geschlafen. Ein deutscher Mitpilger hat sich fuerchtlerlich ueber die Herberge aufgeregt. Wenn ich spanisch koennte, haetter ich mich fuer ihn bei den Schwestern entschuldigt. Entweder hat er keinen Herbergsfuehrer oder er kann ihn nicht lesen. Man weiss doch, was einen erwartet wenn man in solch eine grosse Herberge kommt. Ich habe ihm dann geraten, sich doch bitte mit dem Bus oder dem Taxi von Hotel zu Hotel fahren lassen. Dann wurde er erst richtig boese uns schimpfte auf die Kirche und ihre Bonzen. Ich habe ihn stehen lassen und habe mich einfach abgewandt.
Heute frueh haben wir die Real Basilika de San Isodoro und das dazugehoehrige Museeum aus dem 10.-12. Jh. besichtigt. Es ist toll zu sehen, welche Schaetze dort aufbewahrt werden. Ganz besonders interessant fand ich die alte Buecherei, mit geschriebenen Buechern aus dem 10. Jh.
Nun werden wir unsere Pilgerreise hier gemuetlich ausklingen lassen. Gleich werde ich bestimmt noch mal “Gambas alla plancha” essen und anschliessend werden wir uns ein schoenes Eis genehmigen. Ich denke, nach den vielen Pilgermenues in den letzten Wochen und den rund 400 km haben wir uns das wohl verdient.
Morgen geht es nach Santander, auch dort haben wir dann noch einen Tag zur Verfuegung, auch dort soll es sehr schoen sein.
Alles Gute und ein buen camino wuenschen
Ursula und Karl-Heinz
Geschrieben in Uncategorized | Drucken | 6 Kommentare »
Heute bis Mansila de las Mulas
25.4.2010 by Karl-Heinz Wewers.
Hola amigos.
Uns geht es gut. Wir haben zwar den caminovirus aber nicht den Virus, der uns staendig auf die Toilette treibt. Wir sind also verschont geblieben, viele hat es ganz schwer erwischt.
Wir hatten heute einen guten Weg nach Mansila de las Mulas. Die “Koelner” werden wir einfach nicht mehr los. Dem Maedel, welches aus dem Bett gefallen ist geht es offenbar auch wieder besser. Jakobus war wohl mit ihr.
Freue mich, das Dortmund gewonnen und Bayern wenigstens unentschieden gespielt hat. Genauer darf ich es wegen der Bayernfans in meiner Familie wohl nicht ausdruecken. Auch der Gewinn der Schalker ist erfreulich. Vielleicht wird es ja doch noch was mit der Meisterschaft. Schon manch ein Meisterschaftskandidat hat im letzten Spiel schon gegen einen Abstiegskandidaten verloren.
Hier noch etwas fuer Schmittke, der den Herbergsfuehrer herstellt und aktualisiert:
An dem Eingang auf der rechten Seite in Mansila de las Mulas gibt es eine wunderschoene neue Herberge. Details und Fotos liefere ich, wenn ich wieder daheim bin. Habe auf der Pilgerreise zwei Pilger getroffen, die ich vom Fruehjahrtreff bzw. Herbsttreff der Jakobusfreunde in Paderborn kenne. Die Welt ist klein.
Es ist gleich 19 Uhr und wir haben sicher so 30 Grad. Morgen soll es noch waermer werden.
Morgen geht es auf unsere letzte Tour nach Leon. Dann haben wir mehr erreicht als wir uns haben traeumen lassen. Es sind dann mit ein paar km Autobuss doch so um die 400 km geworden. Wir freuen uns ueber unsere gelungene Pilgerreise.
Alles Gute und ein buen camino
Ursel und Karl-Heinz
Geschrieben in Uncategorized | Drucken | 5 Kommentare »
Von Sahagun nach el Burgo Ranero
24.4.2010 by Karl-Heinz Wewers.
Hola amigos.
Gestern haben wir in der schoenen Herberge “Viatoris” uebernachtet.
Unsere Pilgerfreunde haben wir wohl schon drei Mal verabschiedet, da sie laengere Strecken gehen wollen oder weil ihr Flieger frueher zurueckfliegt als der unsrige.
Gestern abend waren sie alle ploetzlich wieder da. Klaus aus Muehlhausen, Brigitte und Roswitha aus Kassel, Juergen der Aussteiger aus Bingen und auch die Maedel die von der Koelner Hochschule betreut werden.
Die meisten sind nun drei Wochen unterwegs und sie spueren allmaehlich alle, dass die Kraft nachlaesst. Die Koellner wollten heute 31 km gehen. Herausgekommen sind 18km, und so sind wir heute auch wieder alle zusammen. Nur Klaus, Brigitte, Roswitha und Juergen werden wir bestimmt nicht wiedersehen, da sie heute mit dem Bus bis Leon vorgefahren sind. Wir verabschiedeten sie zum vierten Mal.
Nach gutem Essen, (es gab gegrillte Gambas) waren wir schnell eingeschlafen. Um 1 Uhr ploetzlich grosse Unruhe im Schlafsaal. Ein Maedel von den Koellnern war aus dem Doppèlstockbett von oben auf den Boden geschlagen. Sie hatte sich so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus nach Leon eingeliefert werden musste.
Ueberhaupt sieht es mit der Gesundheit bei vielen Mitpilgern schlecht aus. Viele haben Magen und Darmprobleme. Es muss wohl ein Virus sein. Wir sind bis jetzt davon verschont geblieben. Allerdings machen sich bei uns auch Ermuedungserscheinungen bemerkbar.
Heute frueh vielen uns die ersten 8 km sehr schwer. Ursel hatte Schmerzen in der Huefte und ich bekam die Beine kaum voreinander. Nach 8 km fanden wir dann endlich eine Bar. Ein cafe con leche und anschliessend eine Coca Cola hat dann bei uns gewirkt, als wenn wir Super-Bezin in den Tank geschuettet haetten. Wir liefen an allen vorbei und waren schon um 13:30 Uhr in El Burgo Ranero. Wir quartierten uns in der gleichen Herberge ein, die ich schon vor einem Jahr genutzt habe. Sie ist einfach aber dennoch gut.
Wir haben super Wetter. Heute frueh war es zunaechst etwas neblich. Dann kam aber die Sonne zum Vorschein und entwickelte die volle Kraft.
Nach der Ankunft haben wir sofort in dem gegenueber liegenden Restaurant gut gegessen und anschliessend eine ordentliche Viesta gemacht.
Alle sind Gluecklich bei dem schoenen Wetter und ahlen sich in der Sonne vor dem Albergue. Morgen geht es weiter nach Mansila de las Mulas, dass sind auch wieder so knappe 20 km, genau die richtige und maximale Entfernung fuer uns.
Wuensche allen alles Gute und einen schoenen Sonntag, und hoffe, dass Borussia gewonnen hat.
Bis dann
Ursula und Karl-Heinz
Geschrieben in Uncategorized | Drucken | 6 Kommentare »
Hola, nun in Sahagun angekommen
23.4.2010 by Karl-Heinz Wewers.
Hola amigos.
Nach einer guten Nacht im Doppelzimmer im Albergue, mit frischer Bettwaesche, (welch ein Luxus) sind wir heute nach Sahagun gewandert. rd. 18 km.
Wir haben sehr schoenes Wetter und hatten einen guten Weg. Hier haben wir heute die Moeglichkeit, mal alle Waesche waschen zu lassen, damit der Pilgerduft daraus ein wenig verschwindet.
Gleich geht es dann zum Rundgang in die Stadt. Unsere Freunde, die wir schon mehrfach verabschiedet haben, sind immer noch bei uns. Gestern lernten wir noch Andreas aus Muenchen kennen, den wir aber auch schon in Uterga gesehen hatten.
Roswitha hat nun Beschwerden. Magen, Darm, Kreislauf usw.., sie hat wahrscheinlich zu wenig getrunken.
Uns geht es weiterhin gut, obwohl Ursel heute ein wenig die Huefte spuert. Das ist aber auch zu versehen. Nach fast halben Weg auf dem camino gibt es kaum noch einen Pilger der nicht irgendwelche Wehwehchen hat.
Wir wuenschen Euch alles Gute und ein buen camino.
Ursel und Karl-Heinz
Besonders schoene Gruesse an Claudia. Ja, wir sind bald dort wo wir uns im letzten Jahr kennenlernten. Limonada, da hast Du recht, wird es in Leon dieses Mal nicht geben.
Geschrieben in Uncategorized | Drucken | 1 Kommentar »
Gestern auf der Autobahn und heute auf der Rennstrecke
22.4.2010 by Karl-Heinz Wewers.
Hola amigos.
Gestern nachmittag haben wir Brigitte wieder eingefangen, die wir in Burgos wegen ihrer geschwollenen Fuesse zuruecklassen mussten. Gegen Abend flog dann auch noch Juergen, der Aussteiger mit den Rasterzoepfen bei uns ein, womit wir wieder komplett waeren.
Um 20 Uhr haben wir die hl. Messe besucht und um 21 Uhr lagen wir in unserer Koje. Wir mussten richtig ausschlafen nach dem langen Weg gestern.
Erst um 7:30 Uhr war die Nacht herum. Wir hatten uns fuer 8 Uhr im Restaurant zum Fruehstueck verabredet. Alle waren wieder da, auch die Frauen von der Uni Koeln.
Da heute die wohl schwierigste Geroellstrecke ueber 17 km ohne Bar, ohne cafe con lechte zu bewaeltigen ist, wollten Ursel und ich zurueckstecken und nur die 17 km gehen.
Nach einer Stunde hatten wir die Geroellstrecke erreicht, und was sehen unsere verwunderten Augen? Man hat die Strecke, wie viele andere auch mit feinem Split ausgeschottert und planiert. Nun ist diese Strecke im wahrsten Sinne des Wortes zur Pilgerrennstrecke geworden. Man hat viel Geld in die Hand genommen und viele Wege die zuvor nur sehr schwer zu begehen waren, beradigt.
Wir hatten nach dem Fruehstueck uns von allen Mitpilgern verabschiedet, da wir glaubten, sie nicht mehr wieder zu sehen. Auf der Rennstrecke lief es so gut, dass wir am Ende 6 km weiter als geplant in Ledigos, frueher in der Herberge waren als alle anderen.
In der Nacht hatte es ordentlich geregnet und in der Fruehe schien schon sehr frueh die Sonne wieder. Es war gutes Wetter zum wandern mit einem weiten Blick ueber die Meseta bis zu den Schneebedeckten Bergen.
Im letzten Jahr hatten wir hier ein tolles Erlebnis. Am Nachmittag streikte schon die Wasserpumpe und am naechsten Morgen kamen nur noch drei Tropfen Wasser aus der Dusche. Ohne Waschen und cafe con letsche mussen wir starten.
Heute klappt alles. Ich habe sogar ein Bad in der Wanne nehmen konnen und wir haben ein Doppelzimmer fur jeweils 8 Euro bekommen.
Hoffentlich streikt morgen frueh nicht wieder die Pumpe.
Wir kommen gut voran und wollen morgen bis Sahagun. Dort werden wir dann entscheiden wie wir naechsten Mittwoch nach Santander kommen, von wo wir am Donnerstag die Heimreise antreten werden.
Gruesse von hier besondert Andreas, meinen Mitpilger vom letzten Jahr aus Paderborn. Er wird sich sicherlich an die schoene Essensrunde am Abend hier in der Herberge erinnern. Besonders auch daran, dass sich die beiden franzoesinnen sich immer wieder Wein in ihre Flaschen fuer den naechsten Tag abfuellten. Herzliche Gruesse.
Alles Gute und buen camino
Ursel und Karl-Heinz
Geschrieben in Uncategorized | Drucken | 6 Kommentare »
Auf Autobahn der Jakobspilger
21.4.2010 by Karl-Heinz Wewers.
Hola Amigos.
Gestern haben wir nach unserem schoenen Gang in der Herberge “El en camino”, und deren Garten richtig ausgespannt. Bei einem “serveza grande” fiel das garnicht schwer. In der Herberge waren neben Klaus und Roswitha auch die Maedel, die von der Sportschule Koeln betreut werden. Weiterhin lernten wir Hans kennen, der ueber 7 Jahre verteile den Jakobsweg von Goerliz durch Deuschland, der Schweiz, Frankreich und nun in Spanien geht. Nun will er zu seinem Endspurt ansetzen und bis nach Santiago und Finisterre gehen. Er ist 71 Jahre und laeuft noch eine Ecke besser als wir.
In der Herberge gab es gestern Abend leckeres Essen. Um 9:50 ging dann das Licht aus und in den Schlafraeumen war Ruhe angesagt.
Heute freuh war die Nacht um 6:30 um. Frischmachen, Fruehstuecken, Rucksack packen und schon waren wir um 7:30 vor der rustikalen Herbergstuer, hinter der niemand solch eine schoene Oase vermutet. Vor der Tuer ist die Kirche, ein paar Haeser und sonst noch weniger als “Nichts”.
Bald schon hatten wir den Kanal de Castillio erreicht und nach 6 km ging es ueber das alte Stauwerk, welches 14 Hoehenmeter ueberwandt. Der Kanal wurde um 1850 errichtet, ist ueber 200km lang. Auf ihm wurde in der Bluetezeit von rd 400 Mautlieren Korn in Schiffen getreidelt. Nun dient er der Bewaesserung der Felder.
In Fromista haben wir eine Bar aufgesucht um einen cafe con leche zu trinken, da wir bis Carrion de los Condes noch gut 20 km vor uns haben.
Danach ging es auf die Pilgerautobahn. Ein Geroellweg neben der Strasse auf dem man wirklich morgens schon sehen kann wer abends zu Besuch kommt. Er ist unendlich lang. Der einzige Trost war, dass die Strasse nur sehr schwach frquentiert war.
In Villacar haben wir eine laengere Pause gemacht und uns mit cafe con leche, Coca Cola und Bocadillos wieder auf Trab gebracht. Ursel hat noch die schoene Kirche besichtigt, in der ich im letzten Jahr sogar eine Fuehrung mitmachen konnte.
Ursel laeuft heute wieder wie ein junger Gott. Ich trottle immer hinter ihr her. Muss dabei allerdings sagen, dass sie sich seit ein paar Tagen morgends etwas “doopt”, sonst sind die Schmerzen im Knie zu gross.
14 Uhr waren wir in Carrion de los Condes und sind in der Herberge Santa Maria eingehrt, die ich schon vom letzten Jahr her kenne. Wir haben im letzten Jahr hier mit den Nonnen einen schoenen Abend verbracht und gemeinsam Lieder gesungen. Heute lag ein leichter Schleier vor der Sonne, sodass man herrliches Walkingwetter hatte. Trotzdem waren die letzten sechs km wieder grenzwaertig. Mein rechtes Bein wollte einfach nicht mehr mit. Nach dem duschen ist aber nun schon fast alles wieder in Ordnung.
Besondere Gruesse vom camino richte ich an Schwester Ursula aus Berlin, Schwester Bethilde in Sued-Korea und an unsere beiden lieben Gemeindeschwestern von St. Josef.
Recht schoenen Dank fuer alle Euere Eintragungen, die uns immer wieder neue Kraft verleihen.
Alles Gute und ein beun camino
Ursel und Karl-Heinz
Geschrieben in Uncategorized | Drucken | 6 Kommentare »
Gruesse aus Bodillo de camino
20.4.2010 by Karl-Heinz Wewers.
Hola amigos.
Seit gestern sind wir in der Meseta. Wir hatten gestern einen sehr beschwerlichen Weg, der alles abgefordert hat. Am Nachmittag riss dann der Himmel auf und ploetzlich waren es 20 Grad. In der Nacht haben wir in Castrojeritz, in der Herberge “San Esteban” gut uebernachtet. Bis 5:45, da fingen die ersten Knistertueten an. Sie koennen einfach nicht frueh genug auf den camino kommen.
Heute frueh sind wir um 8 Uhr gestartet. Es ging sofort einen der steilen Tafelberge hoch, und das am fruehen morgen, wenn die Batterie noch gar nicht so richtig aufgeladen ist. Es war verteufelt schwer. Ich musste bestimmt 15 Mal anhalten um wieder genuegend Luft zu fassen fuer den weiteren Aufstieg. Nur Ursel ist heute gut in Form. Sie hat heute frueh eineTablette genommen und nun lauft sie wie geschmiert. Als ich den Tafelberg erklommen hatte, war sie schon nicht mehr zu sehen. Ich habe sie stundenlang nicht mehr eingeholt, bis kurz vor einer Bar, in der es wieder ein cafe con letche gab. Heute haben wir wunderschoenes Wetten,so um die 25 Grad. Dieses Wetter soll bis zum Ende der Woche so bleiben. Wir freuen uns drauf.
In Boadillo del camino haben wir die Herberge “en el camino” angesteuert. Die beste Herberge auf dem ganzen camino. Ich kannte sie schon vom letzten Jahr. Ein wunderschoener Garten. Ihr koennt das auch auf meiner Webseite http://jakobsweg.stimbergstadt.de nachvollziehen.
Es waren heute wieder 20 km, die aber gut zu bewaeltigen waren.
Alles Gute
Ursel und Karl-Heiny
Geschrieben in Uncategorized | Drucken | 5 Kommentare »
Von Burgos ueber Hornillos del camino nach Castrojeritz
19.4.2010 by Karl-Heinz Wewers.
Hola amigos.
Vorgestern hat sich unsere kleine Pilgergruppe ganz ploetzlich auf vier verkleinert.
Juergen, der Aussteiger mit den Rasterzoepfen hat sind in Villafranca, als wir auf den Bus warteten ploetzlich verabschiedet. Wir sahen ihn gerade noch hinter der Kirche verschwinden. Er wollte keine Abschiedszeremonie. Hoch anzurechnen, dass er grundsaetzlich den Bus ausschliesst. er hat doch einen gewissen Anspruch an sich.
In Burgos haben wir dann Brigitte in der Herberge zuruecklassen muessen. Sie hatte einen stark geschwollenen Fuss. Der Arzt hat ihr fuenf Tage Ruhe verschrieben. Es ist gut, dass sie in der schoenen Herberge in Burgos bleiben kann. Am Donnerstag wollen wir uns in Carrion de los Condes treffen. Sie wird dann mit dem Bus dort hinkommen.
Gestern frueh ging unsere Reise weiter nach Hornillos del Camino. In der Nacht war in der Stadt eine grosse Feier, die bis in der Fruehe um 5 Uhr anhielt. Dann hat der Regen wohl alle verscheucht, und wir hatten endlich unsere noetige Ruhe.
Als wir um 8 Uhr die Herberge verliessen, hoerte der Regen auf. Wir hatten eine schoenen Weg nach Hornillos del camino, wo wir uns in der dortigen Herberge einquartierten. Nun macht sich da heilig Jahr langsam bemerkbar. Die Herberge war sehr schnell voll. Es mussten sogar etliche Pilger in der Turnhalle uebernachten. Mal sehen wie das weitergeht. Am Abend haben wir in der Bar gegenueber der Kirche gut gegessen, obwohl die Bedienung nicht gerade freundlich gestimmt war.
Nach gutem Schlaf haben uns die Frueaufsteher schon um 5:30 Uhr geweckt, indem sie sich in ihrem Rucksack die noetigen Utensilien gesucht haben. Einige starteten dann tatsaechlich mit der Kopflampe. Wir hatten den Eindruck, dass sie heute noch bis Santiage de Compostela wollten.
In der Nacht hatte es ordentlich geregnet. Genau zu unserem Start wurde die Dusche aber abgestellt, sodass wir ohne Poncho starten konnten. Der Weg war zunaechst recht schoen und die Temperatur zum walken auch. Nun ging es richtig in die Meseta und schon bald hatten wir die grosse, weit uebersichtliche Flaeche vor uns liegen. Hier kann man wirklich schon montags sehen wer am naechsten Sonntag zu Besuch kommt.
Dann kam, vor Hontanas eine fruechterliche Schlammschlacht auf uns zu. Es war fast so wie im vergangenen Jahr in den Oca-Bergen. Jeder Fuss sackte mehrere Zentimeter in den Grund ein. Es war fuerchterlich schwer weiter zu kommen. Kurz vor Hontanas ging es dann steil bergab und man musste aufpassen nicht ins schlingern zu kommen. Eine Bauchlandung waere verhaehrend gewesen. Wir sehen alle aus wie die Schweine, wenn sie sich im Sumpf ahlen.
Endlich hatten wir Hontanas erreicht. Nun gab es cafe con letche, und Boccadillos. Nach der guten Staerkung ging es weiter in Richtung S. Anton, der Klosterruine aus dem 16. Jh.. Auf dem weiteren Weg ging es dann besser und nun kam die Sonne heraus und waermte uns mit ihren warmen, angenehmen Strahlen. Bald schon konnten wir unsere Fliessjacken ausziehen.
Castrojeritz ist ein sehr lang gezogener Ort. Bis wir die Herberge gefunden hatten mussten wir den ganzen Ort durchqueren. Nun sind wir in der Herberge, mit der wunderschoener Terrasse, von der man den morgigen Aufstieg ueber die Tafelberge gut einsehen kann.
Viele Pilger waren heute auf dem Weg. Immer wieder treffen wir mit den Pilgerrinnen zusammen, die an dem Forschungsprojekt der Sportuni Koeln teilnehmen. Wir sind schon gute Bekannte.
Ursel hat bis jetzt alles gut ueberstanden, waehrend mein rechter Fuss mir wieder Schmerzen bereitet. Jede Nacht einen Salbenverband und am anderen Morgen geht es mit frischem Mut weiter. Dennoch sind die Etappen alle sehr anstrengend.
Wir wuenschen Euch alles Gute aus Castrojeritz
Ursel und Karl-Heiny
Geschrieben in Uncategorized | Drucken | 3 Kommentare »
Heute in Burgos gelandet
17.4.2010 by Karl-Heinz Wewers.
Hola amigos.
Es ist kalt. Wohl noch gut zum walken, aber sonst zu kalt. Heute muss ich Ursel schonen. Ich habe sie in Belorado in den Bus nach Burgos gesetzt. Ich bin mit der Truppe nach Villafranca gelaufen. Unterwegs wurde es sehr ungemuetlich und es fing an zu regnen. Es sind nur noch 8 Grad.
Gerade in Villafranka kam der Bus. Genau zur rechten Zeit. Wir nutzten die Gunst der Stunde, stiegen ein und waren um 13 Uhr in Burgos. Ursel traf ich vor der Kathedrale, die sie soeben besichtigt hat, wieder. Wir quartierten uns in der neuen grossen Herbege ein. Sie hat zwar 140 Betten, ist aber total in Ordnung. Erst mal duschen, damit wir wieder warm werden. Nun wollen wir die schoene Stadt besichtigen. Vielleicht bleiben wir hier auch noch einen Tag. Mal sehen, wie sich das Wetter entwickelt.
Alles Gute und buen camino
Ursel und Karl-Heinz
Geschrieben in Uncategorized | Drucken | 8 Kommentare »