Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Ursel und Karl-Heinz auf dem Jakobsweg 2010 für Oktober, 2010.
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- 13.12.2011: Gesegnete Weihnachten und ein buen camino für 2012
- 4.3.2011: Nun sind wir "angekommen"
- 16.12.2010: Fröhliche Weihnachten
- 29.10.2010: Nun sind wir wieder zu Hause, aber noch nicht daheim
- 29.10.2010: Noch ein Tag in Santiago mit Höhepunkten und Überraschungen
- 26.10.2010: Einen Tag an der Westkueste
- 26.10.2010: Die Beine wollen nicht mehr laufen und der Ruecken verweigert den weiteren Transport des Rucksacks
- 24.10.2010: Zwei Tage in Santiago
- 22.10.2010: Geschafft. Und dann flossen Traenen.
- 21.10.2010: Mit riesen Schritten unserem grossen Ziel entgegen.
Archive für Oktober 2010
Nun sind wir wieder zu Hause, aber noch nicht daheim
29.10.2010 by Karl-Heinz Wewers.
Hallo, Caminofreunde.
Seit heute sind wir wieder zu Hause. Bis wir wieder richtig daheim sind, wird es wohl noch eine Weile dauern. Das wird erst dann der Fall sein, wenn wir die vielen Eindrücke und Erlebnisse innerlich verarbeitet haben.
Die Maschine kam mit 20-minütiger Verspätung in Santiago an und flog auch entsprechend verspätet wieder ab. Bei dem Umstieg in Palma de Mallorca mussten wir uns sehr beeilen, um den Anschlussflieger noch mitzubekommen. Es hat geklappt. Air Berlin hat auf uns gewartet, denn sie wollten uns wohl doch nicht in einem schönen Hotel auf Mallorca noch für eine Nacht unterbringen. In Dortmund setzte die Maschine sehr spät auf und der Pilot musste so scharf in die Bremsen gehen, dass wir hart in die Gurte gepresst wurden. Es ging aber alles gut. Nur unser Gepäck hat den schnellen Umstieg in Palma nicht geschafft. Unsere Rucksäcke werden wohl während ich diese Zeilen schreibe in der Luft sein, auf dem Wege von Mallorca nach Dortmund. Nun, ein paar Sachen zum Anziehen haben wir zu Hause noch gefunden.
Wir sind mit heilen Knochen zurück und haben alles gut gemeistert. Jakobus hat seine schützende Hand über uns gehalten. Es war oftmals, vor allem für Ursel, grenzwärtig. Diese zweite Etappe von Leon nach Santiago ist allein von der Topographie her viel schwieriger als der erste Teil von Pamplona nach Leon. Bei den Aufstiegen hatte Ursel immer die Nase vorn, während ich doch oftmals stehen bleiben musste um wieder genügend Luft für den weiteren Aufstieg zu tanken. Beim Abstieg hatte Ursel dann ihre Probleme mit ihrem lädierten Knie und der Hüfte. Da musste ich dann auf sie warten, wir bremsten uns also gegenseitig aus. Trotzdem haben wir alles geschafft und sind froh und glücklich darüber und auch etwas stolz auf uns.
Jeder Weg den man geht ist sicherlich anders, auch dann wenn es derselbe ist. Geht man ihn allein, wie im vergangenen Jahr, oder wie jetzt mit meiner Frau, macht man die Strecke in einem Durchmarsch oder teilt man sie auf. Alles wird unterschiedlich empfunden. Einige Stellen wusste ich nicht mehr, dass ich sie vor einem Jahr durchlaufen hatte.
Zu Zweit kann man sich in schwierigen Situationen sicherlich gegenseitig stützen, ist man alleine unterweges, muss man auch allein dadurch. Vielleicht ist es aber genau das was man brauch, um an Erfahrungen reicher zu werden. Mir haben beide Pilgerreisen gut gefallen. Ich habe es allein geschafft und nun auch zusammen mit Ursel, ich würde es aber niemals mit einem Freund versuchen wollen.
Der Jakobsweg fordert alles von Dir, Deine ganze Kraft, Deine ganze Energie. Er gibt es Dir aber tausendfach wieder zurück.
Schönen Dank allen, die uns auf unserem Weg, wenn auch nur gedanklich begleitet haben. Jeder Kommentar hat uns wieder aufgerichtet und neue Kraft verliehen.
Einen ausführlichen Bericht über den zweiten Teil unserer Pilgerreise im heiligen Jahr 2010 nach Santiago de Compostela werdet ihr demnächst auf meiner Webseite, vervollständigt mit den vielen Fotos, sehen und lesen können, unter:
http://www.jakobsweg.stimbergstadt.de
Ein letztes
buen camino
von den Jakobuspilgern
Ursulum und Carolum Henricum Wewers
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Noch ein Tag in Santiago mit Höhepunkten und Überraschungen
29.10.2010 by Karl-Heinz Wewers.
Hola amigos, buenos noches.
27.10.2010
Es sollte ein Tag voller Überraschungen werden.
Wir haben 11 Stunden geschlafen. Die Nächte sind zu dieser Zeit schon recht lang in Spanien und der Schlaf tat uns gut.
Schon früh lachte die Sonne und wir machten uns noch einmal auf den Weg in die Stadt.
Wir wollten uns heute die Kathedrale und die Dächer der Stadt von oben ansehen. Wir hatten Glück, und bekamen noch ein Ticket. Ab 12 Uhr ging die Führung durch Nebenräume, die aber offensichtlich sehr wichtig waren, da sie alle durch Videokameras überwacht wurden. Leider war die Führung auf spanisch, s0dass wir nichts verstanden. Wir bestiegen durch einen Turm die Zinnen der Kathedrale. In Wirklichkeit sind es gar keine Zinnen sondern schräg verlaufenden Betonstufen. Man kann praktisch auf dem ganzen Dach der Kathedrale spazieren gehen.
Hier oben war man ganz nahe bei den Türmen und bei Jakobus, die man sonst nur aus bestimmter Distanz betrachten kann. Wir schauten bei dem schönen Wetter über die Dächer der Stadt Santiago. Es war ein Hochgenuss zum Abschluss unserer Pilgerreise.
Als nächstes durchschritten wir noch einmal die heilige Pforte. Nun aber ohne lange Wartezeit. Wir nahmen Jakobus am Hochaltar noch einmal in den Arm und besuchten noch einmal den silbernen Schrein in der Krypta. Wir besichtigten zum wiederholten Male die Kathedrale. Besonders gut hat uns die Sakramentenkapelle gefallen. Alles ist hier mit den Vorbereitungen für den Papstbesuch in einer Woche beschäftigt. Überall wird noch gestrichen und gepinselt und auf dem Praza de Obradoiro ist die überdimensionale Bühne fast fertig.
Nach sechs Pilgermessen habe ich immer noch nicht den Butafubeiro, das über 50 kg wiegende silberne Weihrauchfass, in Aktion gesehen. Nun sahen wir ihn plötzlich über dem Hauptaltar angschlagen. Die nächste Pilgermesse war um 18 Uhr. Nun war es erst 16 Uhr und es wurden Vorbereitungen für die hl. Messe getroffen. Auf Befragen, sagte man uns, dass um 16:30 Uhr eine Sondermesse stattfinden würde. Na, da hatten wir Glück und konnten uns in der dritten Reihe noch einen Platz aussuchen. Wir wählten das Seitenschiff der Kathedrale, da man von dort den Butafumeiro durch den ganzen Seitentrakt schwingen sehen kann. Es war wohl eine Messe, die eigens für japanische Pilger zelebriert wurde. Die Messe war genau so feierlich wie am Samstag die Pilgermesse.
Vor dem Schlussegen wurde dann der Butafumeiro angezündet. Mit wuchtigem Schwung wurde das Weihrauchfass in Bewegung gesetzt. Von sechs Männern wurde das Weihrauchfass dann an einem langen Seil, welches oben in der Kuppel über eine Winde geführt wird, durch das Querschiff der Kathedrale bis fast an die Decke hoch geschwungen. Das war ein weiterer Höhepunkt zum Abschluss unserer Pilgerreise.
In der Bank saßen neben Ursuala noch drei Japanerinnen. Während der Messe schaute ich irgendwann mal nach links. Neben der Bank stand noch ein Mann, der im gleichen Augenblick zu mir herüberschaute. Er kniff die Augen zusammen und ich spürte wie sein Hirn zu arbeiten begann, was bei mir auch gleich geschah. Wir hoben im gleichen Augenblick die Daumen hoch, um zu signalisieren, dass wir uns erkannt hatten.
Ich hatte den ganzen Tag schon damit gerechnet noch jemanden wieder zu sehen. Einen Pilger womöglich, dem wir in den letzten drei Wochen irgenwo auf dem camino begegnet sind.
Es kam aber anders. Der Mann der dort stand war Uwe aus Chemnitz, mit dem ich im letzten Jahr mehrere Tage durch die Meseta bis nach Leon gepilgert bin. Na, das gab natürlich nach der Messe ein großes “hola”. Wir erinnerten uns an die Tapasrunde in Leon im vergangen Jahr, zusammen mit Claudia aus dem Schwarzwald, Raul aus Madrid, Andreas aus Paderborn und millo aus dem Osten Deutschlands. Euch allen senden wir von hier aus herzliche Grüße. Wir tranken noch ein Cerveza in einer Bar zusammen und mussten uns dann leider auch schon wieder, mit einem “buen camino” trennen. Da fragt man sich, ist das Zufall? Kann das alles Zufall sein?
Vor der Kathedrale sahen wir nun zu, wie neue Pilgergruppen sich vor Freude in die Arme fielen und sich beglückwünschten. Auch hier flossen immer wieder Freudentränen und wir freuten uns mit ihnen.
Wir kauften noch ein paar Andenken für unser Enkel und für uns ein und dann hieß es Abschied nehmen von Santiago, der Jakobusstadt, in der am 06.11.2010 Papst Benedikt aus Anlass des heiligen Jahres seinen Besuch macht.
Wir wünschen Euch ein beun camino
Ursel und Karl-Heinz
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Einen Tag an der Westkueste
26.10.2010 by Karl-Heinz Wewers.
26.10.2010
Hola amigos.
Nach langer Nacht und gutem Schlaf sind wir heute frueh mit dem Bus an die Westkueste gefahren. Wir haben die von uns im letzten Jahr liebegewonnene Stadt Muros besucht.
Wir haben wieder ganz tolles Wetter. Als wir in Muros ankamen zeigte das Thermometer 20 Grad an.
Hier herrscht, obwohl Markttag ist, eine ausgesprochen angenehme Ruhe. Wir schlenderten ueber den Markt und dann durch den Hafen. Muros ist das Mekka der Meeresfruechte. Taeglich werden von vielen Fischerbooten frische Meeresfruechte angeliefert, die dann teils sofort vermarktet werden oder in der Auktionshalle zu versteigern sind.
So haben auch wir uns an den Meeresfruechten heute ordentlich gelabt und einen wunderschoenen ruhigen Tag verlebt.
Alles Gute und ein buen camino
Eure
Ursel und Karl-Heinz
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Die Beine wollen nicht mehr laufen und der Ruecken verweigert den weiteren Transport des Rucksacks
26.10.2010 by Karl-Heinz Wewers.
25.10.2010
Hola amigos, buenos noches
Der Nieselregen war gestern schnell vorueber und am Abend war der Himmel wieder klar.
Nachdem wir spueren, dass die Beine nicht mehr laufen und der Ruecken den Rucksack nicht mehr weiter transportieren will, haben wir unsere Herberge kurzerhand bis zum Abflugtag nachgebucht. Das geht hier, Gott sei dank. Weiter haben wir beschlossen, die nun noch nachfolgenden Exkursionen auf vier Raedern, sprich mit dem Bus, durchzufuehren.
Heute haben wir an der Nordkueste die Hafenstadt “La Coruna” besucht. Eine schoene Stadt mit ihren Straenden und Marinas, die jedoch im inneren sehr laut durch den vielen Autoverkehr ist.
Wir besuchten zunaechst die Marinas an der suedlich gelegenen Bucht. Wir durchstreiften die Stadt und dann begaben wir uns an den mehrere Km langen Strand an der Westseite der Stadt. Es herrschte bei schoenstem Sonnenschein am Strand ein wohltuende Ruhe. Wir hatten den langen Strand praktisch gans fuer uns alleine.. Ein paar Besucher liessen sich nicht davon abhalten ins Wasser zu gehen.
Gegen 18 Uhr waren wir wieder in Santiago und assen in einer Bar, nahe unserer Herberge.
Wir sind immer noch nur mit fuenf Personen in dem 16 Betten Schlafsaal. Es ist wunderbar ruhig. 20 Grad zeigte heute das Thermometer waehrend ich am Fernseher soeben Schneefall in Valencia gesehen haben.
Entschuldigt die Tippfehler. Ich kann den Text einfach nur herunterschreiben, ohne ihn noch einmal Korrektur zu lesen.
Buen camino
Ursel und Karl-Heinz
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Zwei Tage in Santiago
24.10.2010 by Karl-Heinz Wewers.
23. - 24.10 2010
Zwei Tage in Santiago de Comostela
Hola amigos.
Mit der Herberge haben wir wieder den richtigen Griff getan. Es herrschte absolute Ruhe. Mit drei Personen haben wir in einem 16 Betten Schlafsaal geschlafen und das mit frische riechender Waesche. Grossartig.
Gestern fruehe haben wir uns dann nach dem Fruehstueck auf den Weg gemacht. Die letzten drei km bis zur Kathedrale. Zunaechst besuchten wir das Pilgerbuero und holten uns unsere Comostela ab. Hierin ist nun bestaetigt, dass Ursulum und Carolum Henricum Wewers als Fusspilger in Santiago de Comostela angekommen sind. Es ist schon ein erhabendes Gefuehl, wenn man seine Comostela in Empfang nehmen kann. Das es noch recht frueh war, brauchten wir auch nicht so lange warten.
Dann wollten wir zur heilen Pforte. Auf dem Weg dorthin wurden wir schon von einer grossen Schlange von Menschen gestoppt. Es dauerte eine geschlagene Stunde, bis wir endlich die Pforte passieren konnten. Es war kurz vor 12 Uhr, und wir glaubten dann gerade puenktlich zur Pilgermesse in der Kathedrale zu sein.
Wir wurden zu Jakobus geleitet. Wir drueckten ihn fuer Euch alle. Dann ging die Schlange durch die Krypta, wo die Gebeine des hl. Jakobus aufgewahrt sind. Danach gab es noch zwei Kurven und ueber einen Holzsteg standen wir dann ploetzlich wieder auf dem Praza da Quintaso, wo wir uns zuvor eine Stunde haben angestellt. Auf Befragen mussten wir, um zur Pilgermesse zu gelangen, den suedlichen Eingang waehlen. Wir gingen dort hin. Uns traf der Schlag. Bestimmt eine doppelt so lange Schlange von Menschen stand nun dort, um in die Kathedrale zu gelangen. Bis wir dran gekommen waeren, war die Pilgermesse bestimmt schon eine Stunde zu Ende.
So beschlossen wir fuer heute dieses Vorhaben aufzugeben. Wir werden also noch einen weiteren Tag in Santiago bleiben und morgen einen neuen Versuch zu starten.
Wir schlenderten durch die Stadt und durch die Markthallen. Gegenueber den Markthallen haben wir dann lecker zu Mittag gegessen.
Irgendwann ueberfiel uns die Muedigkeit. Wir merkten nun, wie schlapp wir waren nach all den anstrengen Wochen. Wir schlenderten zur Herberge zurueck und dann nichts wie ins Bett. Nur zum Abendbrot sind noch mal kurz aufgestanden.
24.10.2010
Wir hatten wieder eine gute und ruhige Nacht.
Um 9:30 Uhr fuhren wir mit dem Bus in die Stadt. 10 Uhr konnten wir ohne Schlange die Kathedrale betreten. Zu unserer Ueberraschung war sie aber schon zum bersten voll. Gerade war der 10 Uhr Gottesdienst angefangen. Wir bekamen noch gerade einen angemessenen Stehplatz. Wir wollten aber am Pilgergottesienst um 12 Uhr teilnehmen.
Wir glaubten nun nach der Messe einen Platz zu bekommen. Das gestaltete sich aber als sehr schwierig. Irgendwann hatten wir uns bis in die fuenfte Reihe vom dem grossen Altar durchgemogelt. Es passen nur immer fuenf Personen in eine Bank. Nach einer Weile rueckten die Frauen aber eng zusammen und wir bekamen einen Platz.
Es war ein ausgesprochen schoener Gottesdienst. Der Bischhof hoechst persoenlich celebrierte den Gottesdienst mit weitern 25 Priestern. Vor der Messe wurden Gesaenge einstudiert. Leider hat diese Aufgabe heute nicht die Nonne vom letzten Jahr ausgefuehrt. Wir sahen sie aber an der Seite stehen. Die Pilger aller Nationen wurden durch den Bischhof, jedes Land in seiner Heimatsprache, begruesst. Waerend der Messe sehen wir noch ein paar Mitpilger wieder.
Ueber drei Stunden Pilgergottesdienst dass sollte nun wohl reichen.
Als die Pilgermesse zu Ende war, hatten wir nun das seit Tagen angekuendigte galicische Wetter. Es regnete. In Santiag Regen zu erleben ist eben keine Seltenheit aber andererseits auch voellig nebensaechlich. Da es schon weit nach Mittag war suchten wir eine Bar auf und staerkten uns.
Danach fand ich einen Internetladen, wo ich diesen Bericht verfasste.
Wie es nun weitergeht, werden wir morgen vom Wetter abhaengig machen.
Alles Gute und ein beun camino
Ursula und Karl-Heinz
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Geschafft. Und dann flossen Traenen.
22.10.2010 by Karl-Heinz Wewers.
Von Pedruozo nach Santiago
21 - 3 km vor der Kathedrale
Hola amigos, buenos noches.
Nach ruhiger Nacht waren wir schon vor acht Uhr unterwegs. Bald ging es in einen dunklen Eukalyptus Wald. Wir benoetigten die Taschenlampe um nicht ueber irgend einen Stein kurz vor dem Ziel zu stolpern.
Die Gegend hier ist milder. Es wachsen Palmen und Feigen. Anfangs lief heute alles prima. Dann kam nach der Umrundung des Rollfeldes eine Bar, in der wir uns staerkten.
Von hier wollte ich Dir, lieber Armin und Brigitte, schoene Gruesse uebermitteln, denn da haben wir uns glaube ich zum letzten mal gesehen. Am Abend zuvor, da erinnere ich sehr gut dran, haben wir mit Christel und Siegfried aus Karlruhe gemeinsam in Pedrouzo gegessen. Auch Euch von hier schoene Gruesse.
Nun kam der Aufstieg zum Monte do Gozo. Im letzten Jahr liefen meine Fuesse wie geschmiert den Berg herauf, heute wollen sie einfach nicht laufen. Vielleicht ist noch die letzte Etappe nicht gans verdaut.
Ich merkte, wie Ursel immer langsamer wurde und meine Oberschenkel auch zu brennen anfingen. Es war fuer uns fuerchterlich schwer. Wir hatten in der Fruehe auch nur zwei Toast und einen cafo con leche zu uns genommen. Die Batterie war voellig ausgebrannt.
Kurz vor dem Gipfel fanden wir dann noch eine Bar. Wir tranken eine Cola um uns noch einmal einen letzten Schub zu geben. Es half aber heute alles nichts.
Um 13 Uhr hatten wir dann den Gipfel des Monte do Gozo erreicht. Oben auf steht ein grosses Monument zur Erinnerung an den Weltjugendtag 1993 mit Papst Johannes.
Es war heute alles irgendwie anders als im letzten Jahr. Dann sahen wir die Daecher von Santiago im Sonnenlicht vor uns liegen. Zuerst packte es Ursel, dann hat es mich erwischt. Es flossen Freudentraenen, denn wir haben es geschafft. Unser Ziel koennen wir schon sehen. Wie fielen uns in der Arme und beglueckwuenschten uns gegenseitig. Wir sind stolz auf uns diese Pilgerreise auch heil ueberstanden zu haben. Jakobus hatte wohl immer eine schuetzende Hand ueber uns gehalten.
Wir verweilten noch ein Zeit lang in der kleinen Kapelle, sandten Gebete zum Himmel fuer unsere Familie und fuer unsere kranken Freunde und steckten wieder Kerzen an.
Der Monte do Gozo war der letzte Berg vor Santiago. Nun ging es nur noch bergab. Nach 1.5 km kehrten wir, 3 km vor der Kathedrale, in die Herberge “San Lazaro” ein. Erst den Hunger gestillt, dann geduscht und zwei Stunden gut geschlafen.
Diese Herberge ist ein guter Tip fuer Leute, die dem Trubel etwas aus dem Weg gehen wollen. Wir haben uns gleich fuer zwei Naechte eingebucht. Hier herrscht purer Luxus, es gibt sogar frische Bettwaesche und Badetuecher, dass haben wir auf dem ganzen camino noch nicht erlebt.
Gleich werden wir ein nettes Lokal aufsuchen und auf diesen Erfolg hin ein gutes Mal zu uns zu nehmen.
Morgen ist dann der ganze Tag fuer die Kathedrale und die Stadt Santiago reserviert.
Nun noch ein paar Gruesse:
Unserem scheidenden Pfarrer wuenschen wir von hier aus alles Gute und Gottes Segen in seinem neuen Aufgabengebiet.
Unseren Schwestern aus der Gemeinde uebersenden wir auch schoene Gruesse, da wir wissen, dass sie in Gedanken immer mit uns gehen.
Letztlich moechte ich noch meinen Segelfreunden ein gutes Absegeln wuenschen. Damit ist dann eine sicherlich eine nicht allzuschoene Saison zu Ende gegangen. Dennoch hatte ich auch ohne eigenes Schiff in diesem Jahr viel Freude dabei. Wir hoffen auf die neue Saison. Bestellt allen schoene Gruesse von uns.
Alles Gute und ein buen camino
Ursel und Karl-Heinz
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Mit riesen Schritten unserem grossen Ziel entgegen.
21.10.2010 by Karl-Heinz Wewers.
21.10.2010
Melide - Pedrouzo
54 - 21 km vor Santiago
Hola amigos, buenos tardes.
Mit riesigen Schritten pilgern wir unserem grossen Ziel entgegen. Nachdem wir uns gestern ausgeruht haben und nur eine kleine Strecke gelaufen sind wollten wir heute unsere vorletzte Etappe vorbereiten.
Wir waren schon frueh auf den Beinen und sind heute den absoluten Rekord von 33 km, von Melide bis nach Pedrouzo gelaufen. Am Ende wollten die Fuesse einfach nicht mehr mitgehen. Es ist nach wie vor schoenes Wetter und in Melide habe ich bei fast gleichen Temperaturen in den Cafe an der Kreuzung gesessen wie im vergangenen Jahr.
Haben uns heute in dem schoenen Hostal “Maruja” ein ganz tolles Zimmer gegoennt. Ursel hat schliesslich heute Namenstag. Ich kannte diese gute Adresse vom letzten Jahr. Nur der Stoepsel in der Badewanne fehlt immer noch. Nun, wir koennen ja improvisieren und wissen uns zu helfen. Am spaeten Nachmittag haben wir noch einen cafe con leche im Ort getrunken und dann ging es ins Bett.
Morgen wollen wir rd. 18 km bis kurz vor Santiago schaffen, um Samstag Mittag dann den Pilgergottesdienst in der Kathedrale mitfeiern zu koennen. Dann haben wir unser grosses Ziel erreicht und Ursel wird gluecklich ihre Compostela in Empfang nehmen.
Allen schoene Gruesse und ein buen camino
Ursel und Karl-Heinz
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Wie bei der Feldprozession in Oberbayern
20.10.2010 by Karl-Heinz Wewers.
20.10.2010
San Xiao - Melide
66 - 54 km vor Santiago
Hola amigos, buenos tardes.
Gestern haben wir in der schoenen Herberge “O Abrigdoiro” uns einquartiert. Wir hatten Glueck, wir haben noch ein Dreibettzimmer bekommen. Alle anderen Betten waren durch “Edelpilger” aus Daenemark und Schweden belegt. Edelpilger sind Peregrinos, die mit dem Rucksack zu Hause starten, diesen dann aber von Unterkunft zu Unterkunft mit dem Taxe befoerdern lassen, wobei sie natuerlich auch die Betten vorbestellen.
Wir haben uns aber gut mit ihnen verstanden. Nach dem leckeren Abendessen kam es noch zu einem kleinen Saengerwettstreit. Die Daenen und Schweden sangen ihre Lieder und wir hielten dagegen. Am Ende studierten wir mit ihnen noch das Halleluja von Taize ein. Das war dann der gelungene Abschluss des Abends.
20.10.2010
Beim Fruehstueck in der Bar hoerten wir schon von draussen das “klick, klack; klick, klack. Es waren schon viele Pilger frueh unterwegs.
Nun ist das eingetroffen, was viele Pilger befuerchtet haben. Auf den letzten 100 km wird es voll werden. Viele Spanier wollen sich noch im heiligen Jahr ihre Compostela holen und dafuer muessen sie die letzten 100 km nachweisen. Es sah heute auf dem Weg manchmal so aus wie bei einer Feldprozession in Oberbayern.
Nun sind ploetzlich fast nur noch solche Edelpilger unterwegs. Die grosse, schoene Camino-Familie gibt es nun nicht mehr. Kaum einer der mit mitleidigem Laecheln an einem vorbei zieht gruesst noch mit einem “beun camino”. Alle sind hastig, als laufen sie um ihr Leben. Wir lassen sie laufen und laufen heute selber nur 12 km bis Melide.
Wir haben uns in der Herberge neben der kommunalen Herberge einquartiert. Ich denke da werden wir fuer heute wohl unsere Ruhe finden.
Heute mittag sassen wir in dem Cafe an der Kreuzung in der Sonne. Genau so war es vor einem Jahr, als ich hier den “rustikalen Hans” der seine Freunde Willi und Josef verloren hatte, mit denen ich Tage zuvor gelaufen bin, kennen lernte. Herzliche Gruesse an Euch in Oberoesterreich.
Das Wetter ist nach vie vor schoen. Nur Sonnenschein, wobei es am Abend und in der Fruehe recht kalt ist.
Samstag wollen wir in Santiago sein.
Schoene Gruesse und ein buen camino
Ursel und Karl-Heinz
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Ein Tag Tristesse und dann wieder durch eine schoene Gegend
19.10.2010 by Karl-Heinz Wewers.
18. - 19.10.2010
Vilacha - Portomarien - Hospital de Cruz - Palas de Rei - San Xiao
97 - 66 km vor Santiago
Hola amigos, buenos dias.
Es war kalt in der Herberge, gut das es ordentliche Decken gab. Um 7:50 Uhr sind wir schon vor der Tuer. Es ist noch dunkel und wir muessen aufpassen, die Pfeile nicht zu verfehlen. Bald kam die Sonne heraus und im Tal ueber dem See von Portomarien lag dichter Nebe. So konnten wir Portomarin, dass ueber dem See angeschaut gut aussieht, nicht sehen. Von der Bruecke ueber dem See sahen wir bei gans niedrigem Wasserstand durch die Nebelschwaden noch Gebaeudereste des im See untergegangen alten Portemarin.
In Portomarin haben wir gut gefruehstueckt. Natuerlich habe ich in dem Restaurand einen auf meine Mitpilger vom letzten Jahr getrunken. Es ist eben alles noch in zu guter Erinnerung.
Nach einer Stunde Pause machten wir uns auf den Weg. Von dem Weg gibt es nicht viel zu berichten. Es ging immer nur bergauf, was mir heute sehr zu schaffen machte.
Nach 15 km reichte es uns heute. Es war kein schoener Weg. Wir kehrten ein in kommunalen Herberge in Hospital de Cruz. Nun erlebe ich zum zweiten Mal eine gut ausgebaute Herberge mit schoen eingerichteter Kueche, in der es weder eine Loeffen, eine Gabel, einen Teller noch einen Topf gab. Die Schraenke waren alle total leer. Gut war hier, dass die Heizung schoen warm war und die Duschen ausreichend heisses Wasser lieferten.
19.10.2010
Wie gestern waren wir auch heute schon vor 8 Uhr auf dem Weg. Der Himmel war wieder klar doch die Sterne sind nicht mehr so zum greifen nahe. Es wurde ein wunderschoener Tag durch ein ganz herrliche Gegen. Die hohen Berge sind nun etwas von uns abgerueckt. Als die Sonne sich zeigte sahen wir das die Wiesen mit Raureif ueberzogen waren. Ein wunderschoenes Bild. In der Nacht waren die Temperaturen als sicher nahedem Gerfrierpunkt. Bald wurde es aber wieder so warm, dass wir im Hemd weiter laufen konnten. Gegen 12 Uhr waren wir in Pallas de Rei und haben dort zu Mittag gegessen. Nun wollen wir noch weiter bis nach San Xiao, dort soll es eine sehr schoene Herberge geben, die wir ansteuen wollen.
Fuer die borussia habe ich Kerzen angesteckt, die helfen.
Alles Gute und ein buen camino
Ursel und Karl-Heinz
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Von Samos ueber Sarria Barbadelo nach Viacha
18.10.2010 by Karl-Heinz Wewers.
16.10.2010
132 - 112 km vor Santiago
Hola amigos, buenos dias.
Wie schon geschrieben, haben wir lange geschlafen um uns zu erholen. Kaum vor der Tuer, kam Rainer mit seinem Rollstuhl daher gerollt. Wir haben uns alle gefreut, uns noch mal wieder zu sehen. Er hat grosse Probleme mit Ersatzteilen fuer sein Mobil.
Unser Weg fuehrte bei schoenstem Wetter ueber Veiga de Reiritz und Perros nach Sarria. Hier haben wir eine lange Pause eingelegt, ehe es weiter ueber schoene Wege und durch alte Waelder weiter nach Barbadelo ging. Dort angekommen war vor der Herberge ein Zelt aufgebaut und die Musikkapelle spielte gerade zum Tanz auf. Da ich aus Erfahrung weiss, wie lange die Spanier feiern, entschlossen wir uns noch eine Herberge weiter zu gehen um in der Nach Ruhe zu bekommen.
Wir haben z. Zeit ein ganz stabiles Hoch. Bis naechsten Freitag ist schoenes Wetter angesagt, bei etwas kuehleren Temperaturen. Gestern Nachmittag stand auf einem Thermometer 28 Grad, gemessen in der Sonne.
Der Abend wurde dann noch lustig. Wir trafen auf eine Gruppe polnischer Landsleute, die aber schon lange am Niederrhein wohnen. Es stellte sich heraus, dass sie alle Chorsaenger waren und der Dirigent war auch dabei. In ihrem Chor ist sogar eine Saengerin aus Oer-Erkenschwick aktiv dabei. Da ich auf meinen Pilgerreisen immer den Anhang aus dem Gotteslob dabei habe, haben wir zu unserer eigenen Freude aber auch zur Freude der uebrigen Peregrinos einige schoene Lieder gesungen. Bei dieser Gelegenheit uebermittle ich ganz herzliche Gruesse an unseren Chor in St. Josef.
17.10.2010
Von Barbadelo nach Vilacha
Wir haben richtig gehandelt, dass wir noch eine Herberge weiter gegangen sind. Die Feier ging bis tief in die Nacht und um 24 Uhr wurden dann auch noch Boellerschuesse abgelassen.
In der Herberge gab es kein Desayuno, wir mussten also ohne cafe con leche los. Nach gut zwei km gab es eine Bar die schon geoeffnet hatte. Hier trafen wir noch einmal Beata aus Polen wieder. Sie muss nun schneller laufen, da sie am 21.10. , an ihrem Geburtstag in Santiago ankommen will.
Nach der Staerkung ging unser Weg durch schoene Waelder. Ein staendiges auf und ab gab den Weg vor. Nach 15 km erreichten wir Vilacha und die schoene Herberge “Mercadoiro” mit ihrem schoenen Garten. Wir beschlossen hier fuer heute schluss zu machen. Es ist Sonntag und da gehoert sich eine ordenliche Sonntagsruhe. Wir genossen den Nachmittag im Garten des Albergues bei herrlichstem Wetter. Gegen Abend wurde es dann aber empfinglich kalt. Auch die Herberge war nich beheitzt, sodass wir zum Schluss noch einen heissen Tee mit Rum getrunken haben, bevor wir unser Bett aufsuchten.
Morgen geht es weiter nach Portomarin und wer weiss wohin.
Beune camino
Ursel und Karl-Heinz
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