Zwei Tage in Santiago

23. - 24.10 2010

Zwei Tage in Santiago de Comostela

Hola amigos.
Mit der Herberge haben wir wieder den richtigen Griff getan. Es herrschte absolute Ruhe. Mit drei Personen haben wir in einem 16 Betten Schlafsaal geschlafen und das mit frische riechender Waesche. Grossartig.

Gestern fruehe haben wir uns dann nach dem Fruehstueck auf den Weg gemacht. Die letzten drei km bis zur Kathedrale. Zunaechst besuchten wir das Pilgerbuero und holten uns unsere Comostela ab. Hierin ist nun bestaetigt, dass Ursulum und Carolum Henricum Wewers als Fusspilger in Santiago de Comostela angekommen sind. Es ist schon ein erhabendes Gefuehl, wenn man seine Comostela in Empfang nehmen kann. Das es noch recht frueh war, brauchten wir auch nicht so lange warten.

Dann wollten wir zur heilen Pforte. Auf dem Weg dorthin wurden wir schon von einer grossen Schlange von Menschen gestoppt. Es dauerte eine geschlagene Stunde, bis wir endlich die Pforte passieren konnten. Es war kurz vor 12 Uhr, und wir glaubten dann gerade puenktlich zur Pilgermesse in der Kathedrale zu sein.
Wir wurden zu Jakobus geleitet. Wir drueckten ihn fuer Euch alle. Dann ging die Schlange durch die Krypta, wo die Gebeine des hl. Jakobus aufgewahrt sind. Danach gab es noch zwei Kurven und ueber einen Holzsteg standen wir dann ploetzlich wieder auf dem Praza da Quintaso, wo wir uns zuvor eine Stunde haben angestellt. Auf Befragen mussten wir, um zur Pilgermesse zu gelangen, den suedlichen Eingang waehlen. Wir gingen dort hin. Uns traf der Schlag. Bestimmt eine doppelt so lange Schlange von Menschen stand nun dort, um in die Kathedrale zu gelangen. Bis wir dran gekommen waeren, war die Pilgermesse bestimmt schon eine Stunde zu Ende.
So beschlossen wir fuer heute dieses Vorhaben aufzugeben. Wir werden also noch einen weiteren Tag in Santiago bleiben und morgen einen neuen Versuch zu starten.

Wir schlenderten durch die Stadt und durch die Markthallen. Gegenueber den Markthallen haben wir dann lecker zu Mittag gegessen.
Irgendwann ueberfiel uns die Muedigkeit. Wir merkten nun, wie schlapp wir waren nach all den anstrengen Wochen. Wir schlenderten zur Herberge zurueck und dann nichts wie ins Bett. Nur zum Abendbrot sind noch mal kurz aufgestanden.

24.10.2010
Wir hatten wieder eine gute und ruhige Nacht.
Um 9:30 Uhr fuhren wir mit dem Bus in die Stadt. 10 Uhr konnten wir ohne Schlange die Kathedrale betreten. Zu unserer Ueberraschung war sie aber schon zum bersten voll. Gerade war der 10 Uhr Gottesdienst angefangen. Wir bekamen noch gerade einen angemessenen Stehplatz. Wir wollten aber am Pilgergottesienst um 12 Uhr teilnehmen.
Wir glaubten nun nach der Messe einen Platz zu bekommen. Das gestaltete sich aber als sehr schwierig. Irgendwann hatten wir uns bis in die fuenfte Reihe vom dem grossen Altar durchgemogelt. Es passen nur immer fuenf Personen in eine Bank. Nach einer Weile rueckten die Frauen aber eng zusammen und wir bekamen einen Platz.
Es war ein ausgesprochen schoener Gottesdienst. Der Bischhof hoechst persoenlich celebrierte den Gottesdienst mit weitern 25 Priestern. Vor der Messe wurden Gesaenge einstudiert. Leider hat diese Aufgabe heute nicht die Nonne vom letzten Jahr ausgefuehrt. Wir sahen sie aber an der Seite stehen. Die Pilger aller Nationen wurden durch den Bischhof, jedes Land in seiner Heimatsprache, begruesst. Waerend der Messe sehen wir noch ein paar Mitpilger wieder.

Ueber drei Stunden Pilgergottesdienst dass sollte nun wohl reichen.

Als die Pilgermesse zu Ende war, hatten wir nun das seit Tagen angekuendigte galicische Wetter. Es regnete. In Santiag Regen zu erleben ist eben keine Seltenheit aber andererseits auch voellig nebensaechlich. Da es schon weit nach Mittag war suchten wir eine Bar auf und staerkten uns.
Danach fand ich einen Internetladen, wo ich diesen Bericht verfasste.
Wie es nun weitergeht, werden wir morgen vom Wetter abhaengig machen.

Alles Gute und ein beun camino

Ursula und Karl-Heinz

4 Antworten auf “Zwei Tage in Santiago”

  1. Hans (der rustikale Österreicher ;-)) sagt:

    Liebe Ursel und Karl!
    Gratuliere euch ganz herzlich zur abgeschlossenen Pilgerreise und zur Compostela!!
    Jaja, das Wetter in Galicien, das erinnert mich immer an Schottland, wo man darüber sagt… “If you don’t like the weather, wait ten minutes” ;-)
    Alles Gute, wünsche euch noch eine schöne Zeit in Santiago,
    viele liebe Grüße, Hans

  2. scharinger josef sagt:

    servus karl, liebe ursula
    nun habt ihr euer großes gemeinsames ziel erreicht.
    ich habe gestern mit freude an eure ankunft in santiago gedacht. mich hat erstaunt dass so viele menschen in die kathedrale wollten, das war vor einem jahr als willi und ich dort am 24. april ankamen überhaupt nicht der fall. mag sein dass das heilige jahr daran “schuld” sein wird. meine
    herzlichsten glückwünsche.
    viele liebe grüße aus oberösterreich sendet euch josef

  3. Armin Schwerdt sagt:

    Lieber Carolus Henricus,

    herzlichen Glückwunsch zur vollendeten Pilgerfahrt. Ich war in Gedanken täglich bei Euch und habe sehr bedauert, dass ich nicht dabei sein konnte.

    Ich bin zwar kein Lateiner, aber nach meinem Informationsstand bedeutet “Carolum Henricum”: “dem Karl Heinrich”. Es handelt sich demnach um den sogenannten “Wemfall” und soll aussagen, dass diese Urkunde dem Karl Heinrich Wewers ausgestellt wurde.
    Der Pilger heißt dann auf lateinisch: Carolus Henricus.

    Esta claro? Muy bien y

    guten Rückflug

    Armin

  4. Sr. Maria Bertilde sagt:

    Liebes Ursel, lieber Karl-Heinz,

    von Herzen gratuliere ich Euch für
    die Erreichung Eures Pilgerzieles.
    Welch eine Seligkeit! Ich war mit Euch auf
    dem Weg. Aber es ist wohl nicht nachvollziehbar
    Eure Seligkeit zu empfinden. Da muß man den
    Weg mit allen Strapazen erlitten, erkämpt und auch
    schon die kleinen Freuden am Weg wahrgenommen
    und gekostet haben.
    Bei der Betrachtung heute dachte ich, die Erlebnisse in
    Santiago beim heiligen Jakobus und bei der Pilgermesse
    werden Euch gewiß in Erinnerung kommen, wenn Ihr einst
    am Ende Eurer Lebensreise vor dem Tor der Ewigkeit steht.
    Und wenn Ihr dann das Tor zum ewigen Stadt Jerusalem durchschritten habt, wird Eure Seligkeit kein Ende mehr
    haben.
    Doch vorerst kommt Ihr ja nach Erkenschwick zurück. Dann
    hören wir wieder voneinander. Ein Wiedersehen wird noch
    etwas dauern.

    Ganz frohe Grüße

    Eure Schwester Maria Bertilde, SND

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